Als Gospel (Englisch: gospel = Evangelium; Gute Nachricht) bezeichnet man afroamerikanische Musik.

Hierbei unterscheidet man zwischen dem African Gospel und Black Gospel.

Zwar haben beide Richtungen des Gospels ihre Wurzeln in Afrika, doch dort entstanden ist nur der African Gospel, wie der Name schon sagt. Black Gospel hat seinen Ursprung in Amerika.

Seit 1619 sangen aus Afrika verschiffte Sklaven so genannte Spirituals bzw. Work-Songs, wobei ein Vorsänger den Rhythmus und die Melodie vorgab, die dann von allen Anderen aufgenommen wurden. Der Name Work-Song resultiert daraus, dass diese Lieder während der harten Arbeit am Tag von den Sklaven gesungen wurden, um sich Mut zuzusprechen und Hoffnung zu geben. Auch half der Rhythmus der Lieder beim gleichmäßige Ausführen bestimmter Bewegungsabläufe. Das Herbeirufen der Arbeiter zum Essen oder das lautstarke Anbieten der Ware auf dem Markt geschah in dieser halb gesprochenen, halb gesungenen Form. Begleitet wurden die Gesänge der Sklaven meist durch Schläge einer Axt o.ä..

Nicht selten wurden in diesen ,,Lieder’’ geheime Botschaften verschlüsselt, um beispielsweise eine Flucht zu planen.

Die Black Gospel Musik begeisterte nicht nur die Kirchenchöre der afroamerikanischen Gemeinden, es gründeten sich auch viele professionelle Gospel-Ensembles. Black Gospel zeichnet sich in Konzerten und Gottesdienst vor allem durch Schaffung einer Atmosphäre heiliger Ekstase aus, oft mit Zurufen aus dem bewegten Publikum. Um die Entstehung und die musikalischen Merkmale der Gospelmusik zu verstehen, muss man sich die Geschichte der Afroamerikaner in der Sklavenzeit und in der Entwicklung ihrer Kirchen vor Augen halten.

Ende des 18 Jahrhunderts entstand eine so genannte Erweckungsbewegung, in der Weiße wie Schwarze in großen Versammlungen bekehrt werden sollten. Viele Sklaven nahmen bei diesen Versammlungen den christlichen Glauben an, da in der Bibel von Freiheit und Gleichheit aller Menschenrassen die Rede ist. Durch den christlichen Glauben kamen auch die Lieder der ,Weißen’ in die Gemeinden der Schwarzen. Daraus entwickelten sich später neue Melodien oder Lieder und Texte. Auch übernahmen die afroamerikanischen Gemeinden das Halten einer Predigt während des Gottesdienstes. Jedoch wurden diese Predigten von Klatschen und Zurufen begleitet. Auch hierbei entstanden häufig neue Lieder.

Mit der Gospelmusik verband sich weiterhin politisches Gedankengut, denn die schwarzen Gottesdienste blieben auch in den 50er Jahren ein Ort, in dem sich die Afroamerikaner so frei wie nirgends sonst ausdrücken konnten. Für den Austausch politischer Gedanken und Diskussionen war die Kirche der wichtigste Versammlungsort. Bürgerrechtsbewegungen gründeten sich häufig innerhalb der afroamerikanischen Kirchen, wie die größte Friedensbewegung ab 1955 unter dem Pastor Martin Luther King.

Neben Gospel bilden Blues, Swing, Country und amerikanischer Schlager die Wurzeln der heutigen Musik, wie zum Beispiel: Punk, Techno, Funk, Hard Rock, Soul-Musik und Neue Deutsche Welle.